Die Installation nutzt generative Bildgebungsverfahren, um ausgewählte Pflanzenarten, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) stehen, digital zu archivieren und einen Raum zu schaffen, in dem bedrohte Flora in ihrer ästhetischen und ökologischen Bedeutung bewahrt und neu erfahrbar wird.
Ausgangspunkt des Projekts ist ein individuelles Python-Tool zur automatisierten Bildsammlung, das für jede Pflanzenart umfangreiche Datensätze generiert. Auf dieser Grundlage werden mithilfe eines modifizierten ResNeXt50-Modells die zehn visuell unähnlichsten Bilder identifiziert, um ein möglichst breites und repräsentatives Spektrum der jeweiligen Art abzubilden. Diese Bildauswahl bildet die Basis für einen eigens entwickelten COMFYUI-Workflow, in dem die Daten interpoliert und in fließende, organisch anmutende Übergänge überführt werden, die an Wachstumsprozesse der Natur erinnern. Ergänzt werden die digitalen Verfahren durch 360°-Feldaufnahmen aus der Natur, die als analoges Gegengewicht fungieren und die ursprünglichen Lebensräume der bedrohten Pflanzen atmosphärisch einfangen.
Das Werk untersucht individuelle Gestaltungsprozesse im Zusammenspiel von Computer Vision und generativer Bildproduktion, thematisiert die Auswirkungen des Anthropozäns auf natürliche Lebensformen und entfaltet ein digitales Ökosystem, das neue Perspektiven auf die fragile Schönheit bedrohter Flora eröffnet.