Künstliche Intelligenz hat das Feld der Gestaltung erweitert, von einer technischen Anwendung zu einem ästhetischen und erkenntnistheoretischen Medium. Zwischen algorithmischer Präzision und künstlerischem Handeln entsteht ein offener Raum, in dem Wahrnehmung, Bedeutung und Autorenschaft neu verhandelt werden.
Fuzzy Logic bezeichnet in der Informatik eine Logik der Unschärfe, die zwischen wahr und falsch Abstufungen zulässt. Das Motto der Ausstellung versteht diese digitale Unschärfe als ästhetisches Prinzip. Nicht Eindeutigkeit, sondern Ambiguität, Irrtum und Interpretation werden hier zu künstlerischen Strategien. Die Fuzzy-Materialität eröffnet ein flexibles Verhältnis zwischen Informationsgehalt und Rauschen. Lücken im Ausdruck schaffen immer auch Bedeutungsspielräume, die erst im Dialog mit den Betrachtenden lebendig werden.